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Stromrechnung um 4000 Euro niedriger
Mehr Druckluft mit weniger Energie erzeugen wollte der Lebensmittelhersteller Tartex – und erreichte beide Ziele mit Hilfe eines drehzahlgeregelten Kompressors. Weil die Druckluft nun bedarfsabhängig erzeugt wird, ließ sich auch der Netzdruck von 7 auf 6,1 bar senken. Denn die Drehzahlregelung spricht so schnell an, dass das Druckband sehr eng gehalten werden kann. Der konstantere Lieferdruck erleichtert zudem den Betrieb der Abfüll- und Verpackungsanlagen.
Lebensmittelindustrie: Drehzahlregelung erlaubt geringeren Netzdruck
ESSEN/FREIBURG, SEPTEMBER 2008 – „In der Lebensmittelproduktion kommen für uns nur ölfrei verdichtende Kompressoren in Frage“, sagt Karl-Heinz Götzmann, zuständig für die Technischen Dienste bei der Tartex + Dr. Ritter GmbH. Druckluft treibt und steuert die Abfüll- und Verpackungsanlagen für vegetarische Nahrungsmittel, auf die sich die Freiburger spezialisiert haben. Pneumatische Antriebe, Greifer und Handlingeinrichtungen sorgen dafür, dass schließlich fertige Gebinde für den Transport zum Kunden bereitstehen. „Druckluft kommt zwar nicht mit den Nahrungsmitteln in Kontakt, doch mit ölfreier Druckluft schließen wir jedes Risiko aus“, so der Tartex-Mitarbeiter weiter. Zudem verlange der Handel danach.
Neben einem ölfrei verdichtenden Drehzahnkompressor des Typs ZT 37 mit Festdrehzahl liefert seit Anfang des Jahres vor allem ein ZT 37 VSD die Druckluft. Beide stammen von der Atlas Copco Kompressoren und Drucklufttechnik GmbH, wobei der neuere der beiden Verdichter mit einer Drehzahlregelung ausgestattet ist (zu erkennen an dem Kürzel VSD = Variable Speed Drive). „So konnten wir zwei Probleme lösen“, erläutert Götzmann. Zum einen hatte man bei steigendem Umsatz mit der vorhergehenden Anlage – statt des ZT 37 VSD war ein alter Kolbenverdichter im Einsatz – die Kapazitätsgrenzen erreicht, zum anderen arbeiteten beide Kompressoren ohne Drehzahlregelung. „Unser Ziel war es aber, Energie einzusparen.“ Besonders die Zertifizierungen hinsichtlich Qualität (ISO 9001) und Umwelt (ISO 14001) legten dies nahe. „So haben wir ein integriertes Umwelt-Management-System aufgebaut, das vor allem Maßnahmen zur Energieeinsparung und zur Reduzierung von Emissionswerten vorsieht.“
Drehzahlregelung bietet großes Potenzial
Bereits aus dem Bereich der Verpackungsanlagen wussten die Freiburger, dass sich mit Hilfe frequenz- und damit drehzahlgeregelter Antriebe der Energieverbrauch senken lässt, insbesondere auch Spitzenbedarfe. Nach einer kurzen Marktanalyse entschloss man sich deshalb, bei Atlas Copco die VSD-Variante des ZT 37 zu ordern, um so den in die Jahre gekommenen Kolbenverdichter zu ersetzen. „Von Vorteil ist auch, dass nun der Atlas-Copco-Servicetechniker die Wartung beider Kompressoren übernehmen kann“, erläutert Karl-Heinz Götzmann. Ausgefallen sei der ZT 37 mit Festdrehzahl seit seiner Indienststellung 2001 aber noch keinen Tag.
Zudem ergab eine Druckluftbedarfsmessung Anfang 2008, dass drehzahlgeregelt nun jährlich etwa 24 Prozent weniger Energiekosten anfallen. Bei den aktuellen Preisen beträgt das Einsparpotenzial 4159 Euro. Der Löwenanteil daran – nämlich 3645 Euro – geht auf das Konto der angepassten Drucklufterzeugung, will heißen: Es wird nur genau die Menge Druckluft erzeugt, die auch wirklich benötigt wird. „Zusätzlich konnten wir mit der Drehzahlregelung den Netzdruck zunächst um ein halbes Bar senken“, ergänzt der für die Technik zuständige Tartex-Mitarbeiter. Dies drücke die Energiekosten um weitere 514 Euro, weil der drehzahlgeregelte ZT 37 VSD wesentlich schneller auf Druckschwankungen reagieren könne als die ältere Anlage mit Volllast-Leerlauf-Regelung. Inzwischen sei man deswegen sogar von ursprünglich 7 bar auf nun nur noch 6,1 bar zurückgegangen, „wobei wir die Grenze des Machbaren noch nicht ausgelotet haben“. Denn die Verpackungsanlagen benötigen nur einen Mindestdruck von 5,5 bar. Und da die Drehzahlregelung in der Lage ist, ein sehr enges Druckband von ± 0,1 bar zu gewährleisten, wäre eine weitere Absenkung des Netzdrucks – und damit des Energiebedarfs – möglich.
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Reimund Scherff
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