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Neue Hydraulikschrauber mit Prozessüberwachung

Volle Datendokumentation bis 11000 Nm

Atlas Copco Tools bringt neue Hochmomentschraubtechnik mit Prozessüberwachung auf den Markt: Das hydraulische Schraubsystem RTA bietet volle Datendokumentation für Verschraubungen mit Drehmomenten von bis zu 11000 Newtonmetern. Eine zweite Neuheit ist der computergesteuerte Elektroschrauber Tensor Revo HA, der bis zu 6500 Nm erzielt. Beide Systeme sind auf der Fachmesse Husum Wind erstmals zu sehen.

Essen, Juli 2017. Auf der Windenergie-Fachmesse Husum Wind, die vom 12. bis 15. September in Husum stattfindet, stellt Atlas Copco Tools erstmals ein Hydraulikschraubsystem vor, das den Schraubprozess automatisch überwacht und alle Schraubdaten dokumentiert (Halle 3, Stand B04). Das kompakte und robuste RTA-System erzielt Drehmomente von bis zu 11000 Newtonmetern (Nm). Es hat einen direkt an der Schraubstelle messenden Drehwinkelgeber, der sich einfach umsetzen lässt. Damit können Anwender den Drehwinkel sowohl beim Verschrauben als auch beim Lösen überwachen - was speziell auf Anforderungen der Windenergiebranche zielt. Auch der Einsatz mehrerer Schrauber an einem Hydraulikaggregat ist möglich.

Atlas Copco RTA-Hydraulikschraubsystem mit Touch-Controller

Das neue RTA-Hydraulikschraubsystem mit Touch-Controller und direkt messendem Werkzeug eignet sich für Drehmomente bis zu 11000 Nm. (Bild: Atlas Copco Tools)

Das Herzstück dieser Systeme ist die Steuerungseinheit, die sich am Aggregat befindet und mit einem Touch-Bedienfeld ausgestattet ist. Damit kann der Bediener Programme sehr einfach auswählen, erstellen und ändern. Es stehen verschiedene Schraubverfahren zur Verfügung, die in bis zu 250 Programmen für den Einsatz im Baufeld gespeichert werden können. Diese Einheit bildet zudem die Schnittstelle zu Barcodeleser, Tastatur oder Datenverbindungen wie WLAN oder Ethernet.

Gesteuerter Elektroschrauber für Drehmomente bis 6500 Nm

Atlas Copco Elektroschrauber Tensor Revo HA

Für sicherheitskritische Verschraubungen eignet sich der Tensor Revo HA. Der Elektroschrauber ist laut Hersteller weitaus schneller als vergleichbare Systeme auf dem Markt. (Bild: Atlas Copco Tools)

Als weitere Neuheit stellt Atlas Copco Tools in Husum das elektronische Schraubsystem Tensor Revo HA vor, das zurzeit in fünf Modellen mit bis zu 6500 Nm Maximalmoment erhältlich ist. Es eignet sich mit seinen zwei Messwertgebern für die Montage sicherheitskritischer Verschraubungen. "Eine Besonderheit dieser Schrauber ist ihre hohe Arbeitsdrehzahl", sagt Dirk Westrup, Business-Manager für Hochmomentschrauber und Vorspanntechnik bei der Atlas Copco Tools Central Europe GmbH in Essen. Das Werkzeug sei bis zu vier Mal so schnell wie andere aktuell im Markt befindliche Systeme. Dabei weise der Revo HA mit seinem Power-Focus-Controller eine deutlich bessere Prozesskontrolle auf. Diese Steuerung erlaube es Anwendern, verschiedene Überwachungsfenster und Schraubabläufe zu hinterlegen und die Daten anschließend mit der optional erhältlichen Tools-Net-Software umfassend auszuwerten. Die handliche Bauform und die einfache Bedienbarkeit machen den Revo HA laut Hersteller zu einem idealen Werkzeug für die industrielle Montage sowie für Wartungsarbeiten.

Richtlinienkonform montieren und Montagezeiten verkürzen

Mit den beiden neuen Schraubsystemen falle es Anwendern leichter, die steigenden Ansprüche an die Montage von Windkraftanlagen zu erfüllen, meint Dirk Westrup. Dazu zählten etwa die Anforderungen an die einzusetzenden Werkzeuge, die in der VDI/VDE 2862 Blatt 2 hinterlegt seien: "Nach dieser Richtlinie, die auch für die Windbranche gilt, sind alle Schraubverbindungen einer Anlage in verschiedene Gefährdungsklassen - die sogenannten Schraubfallkategorien - einzusortieren", erklärt Westrup. "Es reicht in den meisten Fällen nicht mehr aus, die Schrauben auf ein bestimmtes Drehmoment anzuziehen und sich dabei auf die Einstellung der Hydraulikpumpe durch den Werker zu verlassen." Spätestens wenn die Anlage Schraubfälle der Kategorie A nach VDI/VDE 2862 Blatt 2 enthalte - nämlich sicherheitskritische Verbindungen - genüge ein Standard-Hydraulikschrauber oder ein herkömmlicher Elektroschrauber mit Bohrmaschinenantrieb nicht mehr. Die Richtlinie schreibe für diese Fälle im Regelfall zwei direkt gemessene Steuer- beziehungsweise Kontrollgrößen vor. "Das bedeutet in der Praxis, das Werkzeug muss jeweils einen Sensor für das Drehmoment und einen für den Drehwinkel haben", sagt Westrup. Hiervon dürfe nur in wenigen Fällen abgewichen werden. Doch auch dann müsse zumindest eine der beiden Größen direkt gemessen werden. Die bei der Verschraubung ermittelten Daten müssten zur weiteren Verarbeitung bereitgestellt werden. "Das heißt, die Daten sollen dokumentiert werden", übersetzt der Atlas-Copco-Experte. Doch sollten Anwender bei der Auswahl der einzusetzenden Werkzeuge nicht nur die normgerechte Ausführung von Schraubfällen im Kopf haben: "Wenn eine Schraubverbindung versagt, kann das hohe Reparaturkosten bedeuten und sogar den Ruf des eigenen Unternehmens schädigen", warnt Dirk Westrup. "Und wenn ein neuer Schrauber auch noch die Montagezeiten reduziert, was für den RTA genauso wie für den Revo HA gilt, ist das sicherlich im Sinne jedes Herstellers." Neben diesen Neuheiten können sich Besucher am Atlas-Copco-Stand über die hydraulischen Drehmomentschlüssel RT und RTX sowie das Programm an langlebigen Tentec-Schraubenspannzylindern der WTB-Baureihe informieren, die eigens für die harten Bedingungen in der Windbranche konstruiert wurden.

Tag der angezeigten Artikel 2017 Pressebericht