Bohrungen um Wissen zu erlangen

11. Januar 2015

Forscher aus der ganzen Welt studieren derzeit die Evolution des Planeten auf Grundlage von Informationen, die mithilfe von Atlas Copco Equipment und einer 2,5 km tiefen Bohrung gewonnen wurden.

Christensen CT20

Ein Tiefbohrprojekt in den Bergen Nordschwedens kann dazu beitragen, einige der am besten gehüteten Geheimnisse der Erde zu lüften. Das Projekt wurde von der schwedischen Universität Lund und 50 Wissenschaftlern aus 14 Ländern gestartet, um mehr über die Kräfte zu erfahren, die den Planeten über 400 Millionen Jahre geformt haben. Die Wissenschaftler nutzten ein von Atlas Copco speziell entwickeltes Christensen CT20C-Kernbohrgerät, um Informationen aus 2.500 m (genau 2.495,8 m) unter der Erdoberfläche zu heben. Dies geschah am kleinen Berg Fröa, unweit des Skigebiets Åre, etwa 600 km nördlich von Stockholm. Aufgrund seiner geologischen Geschichte ist dies eines der wenigen Gebiete der Welt, wo Forschungen dieser Art möglich sind. Mit dem Christensen CT20C entnahm ein Team vier Monate lang, von April bis August dieses Jahres, Proben. In zwei Schichten pro Tag, sechs Tage in der Woche, wurden aus dem 75,8-mm-Bohrloch insgesamt 18 Tonnen Kerne mit 46,7 mm Durchmesser entnommen. Diese Kerne werden derzeit von Geowissenschaftlern in Berlin untersucht. Das internationale Projekt möchte die verschiedenen Prozesse und Veränderungen erkunden, die in dieser Tiefe im Gestein über Millionen Jahre abliefen.

Ein Blick auf das Leben in 2,5 Kilometern Tiefe

Die Untersuchung konzentriert sich auf Tektonik, Geophysik, geothermische Aktivitäten, Hydrogeologie und die tiefe Biosphäre. Eine der spannendsten von Mikrobiologen durchgeführten Untersuchungen identifiziert Mikroben und Bakterien, um herauszufinden, welche Art von Leben 2,5 km unterhalb der Oberfläche existiert.

“Dies ist ein erstaunliches Projekt, und viele Bereiche der aktuellen Untersuchung können einen wesentlichen Beitrag zu unserem Verständnis dieser Prozesse leisten”

Henning Lorenz, Abteilung für Ingenieurgeologie.
Christensen CT20

„Durch die Messung der Temperatur verschiedener Gesteinsarten können wir den thermischen Fluss berechnen und dann herausfinden, welche Temperatur auf der Oberfläche der Erde während verschiedener Zeitalter herrschte. Wir messen zudem Wasserflüsse, um zu erfahren, wie sich das Wasser vom Gebirge in die Ostsee bewegt.“ Jan-Erik Rosberg, Leiter des Projekts, sagt, die Forscher wählten das Bohrgerät Christensen CT20C vor allem, weil es zu Bohrungen in großer Tiefe in der Lage ist. Zudem kann es Bohrungen in 2,5 km Tiefe durchführen, während es auf Schienen oder einem Lkw montiert ist, was dem Team Test und Entwicklung neuer Bohrtechniken und -werkzeuge erlaubte. Das Christensen CT20C, Eigentum der Universität von Lund, wurde vom schwedischen Team „Bohrplattform der Nation“ getauft. „Grund dafür ist, dass das Gerät sich als ideal für wissenschaftliche Explorationsbohrungen dieser Art erwiesen hat, vor allem wenn es um die Kernentnahme in solchen Bohrtiefen geht“, so der Product Line Manager Eric Diaz Arguelles von Atlas Copco. „Entsprechend planen die Forscher, das Gerät für ähnliche Projekte in anderen Ländern Europas zu verwenden.“

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