Die Transformation eines Giganten

6. Dezember 2015

Der großartige Tagebau Chuquicamata in Chile freut sich auf neue, gewinnträchtige Zukunftsaussichten – unter Tage.

Nach mehr als 100 Jahren Produktion ebnet Chuquicamata, die heute weltweit größte Kupfermine im Tagebau, den Weg für einen vollständigen Übergang vom Tagebau zum Untertagebau. Die Entscheidung wurde aufgrund der Verknappung der profitablen Ressourcen und der steigenden Kosten bei Beseitigung des zusätzlichen Haufwerks aus der Grube, wenn tiefer geschürft wird, getroffen. Hinzu kommen die hohen Energiekosten beim Bergbau und für den Transport auf diesem riesigen Gelände, das 5 km lang, 3 km breit und 1 km tief ist. Codelco Norte, die staatliche Bergwerksgesellschaft hat sich für den Untertagebau entschieden, wo das „rote Metall“ nicht nur zu geringeren Kosten aus dem reichen Erzkörper extrahiert werden kann, sondern auch die Lebensdauer der Chuquicamata Mine bis 2060 verlängert wird. Das Projekt zielt darauf ab, die Produktion bis 2020 zum vollen Umfang hochzufahren, und die Entwicklung der Untertagestruktur macht gute Fortschritte. Die erste Phase umfasst den Bau von vier Tunneln, zwei für die Belüftung, einen für den Zugang und einen für den Transport. Diese haben insgesamt eine Länge von 20 km und werden von den Fremdfirmen Astaldi und Acciona Ossa gebaut. Beide Unternehmen arbeiten mit Geräten von Atlas Copco. Diese Phase, die im Jahr 2012 begonnen wurde, soll bis Ende 2015 abgeschlossen sein. Atlas Copco hat eine Flotte von Boomer-XE3C- und Boomer-E2C-Bohrgeräten, Scooptram-ST14- und Scooptram-ST1030-LHD-Ladern sowie MT6020-Minetrucks bereitgestellt. Zusätzlich wurde in der Stadt Calama, etwa eine halbe Autostunde von Chuquicamata entfernt, von Atlas Copco ein Kundenzentrum eröffnet, um so nahe wie möglich am Standort zu sein, damit der technische, logistische und Service-Support sowie Schulungen für das Bedienpersonal der Anlagen bereitgestellt werden können. Die zweite und wichtigste Phase des Projekts, die in 2016 startet, wird der Bau von nicht weniger als 100 km Tunneln und Stollen umfassen. Diese werden für Produktion, Materialtransport, Lüftung und Nebenanlagen, wie Brecherstationen, verwendet. Astaldi und Acciona Ossa sagen deshalb, man sei somit gut ausgestattet und zuversichtlich neben den beiden anderen Auftragnehmern, Züblin und Genovita, die für das Projekt bieten, auch die zweite Phase zu übernehmen.

Die Aufgabe der Firma Astaldi

Die aktuelle Aufgabe von Astaldi ist in drei Verträge aufgegliedert: Bergwerksentwicklung, Belüftungsstollen und Stollen für Zugang und Transport – alle in großem Maßstab. Mit der eigenen Flotte, bestehend aus zwei Boomer XE3 C, einem Boomer E2 C und zwei Boltec LC-Ankerbohrgeräten, entwickelt das Unternehmen derzeit einen Zugangstunnel und parallel dazu einen Transporttunnel. Die Distanz zwischen beiden beträgt 180 m. Der Zugangsstollen hat einen Querschnitt von 8,7 m Breite x 5,9 m Höhe, eine Steigung von 8 % und wird eine Länge von 7,6 km haben. Der Transportstollen hat einen Querschnitt von 9,3 m x 6,2 m, eine Steigung von 15 % und eine Länge von 6,3 km. Zu einem späteren Zeitpunkt wird in diesem Stollen ein riesiges Förderband eingebaut, auf dem das abgebaute Erz und der Abraum an die Oberfläche transportiert werden. Bei 4,5 km wird der Tunnel auch mit einen Rettungsschacht mit einem Durchmesser von 2,5 m und einem Neigungswinkel von 70 Grad aus der Horizontalen verbunden. Der durchschnittliche Vortrieb im Tunnel beträgt 272 m/Monat, während der Vortrieb im Stollen durchschnittlich 245 m/Monat beträgt. Die beiden 48-mm- und 51-mm-Löcher werden für die Sprengarbeiten und die 38-mm-Löcher für die Installation der Felsanker gebohrt.