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Was ist ein Öl-Wasser-Trenner, und wie funktioniert er?

Öl-Wasser-Abscheider OSC

Öl-Wasser-Trenner spielen eine sehr wichtige Rolle in Druckluftsystemen, in denen öleingespritzte Kompressoren wie zum Beispiel Schraubenkompressoren eingesetzt werden. Beim Erzeugen von Druckluft erzeugen diese Kompressoren auch ein Kondensat, das Spuren von Öl enthält. Um die Umwelt zu schützen, muss das Kondensat durch Entfernen des Öls aufbereitet werden, bevor es entsorgt werden kann.
 

Hier kommt der Öl-Wasser-Trenner ins Spiel. Wie der Name schon sagt, trennt er Öl vom Kondensat, um zu verhindern, dass ersteres ins Abwasser gelangt.

Was ist ein Öl-Wasser-Trenner?

Ein Öl-Wasser-Trenner (auch Öl-Wasserabscheider) ist eine Vorrichtung, in der mit verschiedenen Filtern Öl und Wasser voneinander getrennt werden. Es gibt verschiedene Arten von Öl-Wasser-Trennern mit verschiedenen Eigenschaften, und sie werden in einer Vielzahl von Branchen eingesetzt, zum Beispiel im Bergbau, im Bauwesen, zur Abwasseraufbereitung und bei der Lebensmittelherstellung. In diesem Artikel erklären wir, wie Öl-Wasser-Trenner funktionieren und warum sie für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und für den Umweltschutz unerlässlich sind. Bei Druckluftsystemen, in denen öleingespritzte Kompressoren eingesetzt werden gilt: Je mehr das Kondensat gereinigt wird, bevor es das Grundwasser erreicht, desto besser für Mensch und Umwelt. 

Warum muss Öl von Wasser abgeschieden werden?

Das Trennen von Öl und Wasser ist ein sehr wichtiger Vorgang. Die meisten Menschen wissen wahrscheinlich, wie schnell sich ein einziger Tropfen Öl auf einer großen Wasseroberfläche verteilen kann. Tatsächlich kann bereits ein Liter Motoröl eine ganze Million Liter Grundwasser kontaminieren. Ein Ölfilm auf der Wasseroberfläche kann verhindern, dass die im Wasser lebenden Pflanzen und Tiere genügend Sauerstoff erhalten. Das Öl kann Tieren auch anderweitig schaden: Zum Beispiel kann es die isolierenden Eigenschaften von Fell oder die wasserabweisenden Eigenschaften von Vogelfedern beeinträchtigen.

Darüber hinaus ist die Behandlung von ölhaltigem Kompressorkondensat an vielen Orten gesetzlich vorgeschrieben. Immer mehr Länder und Regierungen führen zunehmend strenge Umweltvorschriften ein, die das Ableiten von ölhaltigem Wasser verbieten. Ein Verstoß gegen diese Vorgaben kann kostspielige Bußgelder nach sich ziehen. Glücklicherweise lassen sich Öl und Wasser bekanntermaßen nicht gut vermischen, sodass das meiste Öl auf der Wasseroberfläche schwimmt. So können bei der Behandlung von ölhaltigem Abwasser beispielsweise sowohl Öl als auch schwimmende Feststoffe abgeschöpft werden. Leider ist dies bei den in Kompressorkondensat enthaltenen Ölrückständen nicht so einfach möglich.Deshalb ist bei Druckluftsystemen ein komplizierter Prozess zur Öl-Wasser-Trennung erforderlich, um gesetzliche Vorschriften einzuhalten und die Umwelt zu schützen. In einem Öl-Wasser-Trenner können etwa 99,5 % des Öls entfernt werden, das aus der Umgebungsluft kommt oder beim Verdichtungsvorgang eingespritzt wird. Sehen wir uns nun also die Funktionsweise eines Öl-Wasser-Trenners genauer an.

Wie funktioniert ein Öl-Wasser-Trenner?

Natürlich gibt es bei Öl-Wasser-Trennern Unterschiede zwischen verschiedenen Marken und Typen, aber bei den meisten ist eine mehrstufige Filterung und ein Vorgang namens Adsorption im Spiel. Adsorption ist der Fachausdruck für den Vorgang, durch den Öl aufgrund seiner geringeren Dichte auf der Wasseroberfläche schwimmt. In Öl-Wasser-Trennern kommen häufig zwei oder drei Filterstufen mit unterschiedlichen Filtermedien zum Einsatz. Sehen wir uns die einzelnen Phasen an, um besser zu verstehen, wie das Kompressorkondensat behandelt wird.

Filterstufen im Öl-Wasser-Trenner

Das ölhaltige Kompressorkondensat strömt unter Druck in den Öl-Wasser-Trenner und durch einen ersten Filter, der in der Regel ein Vorfilter ist. Für gewöhnlich wird dann durch ein Überdruckventil der Druck reduziert, um Turbulenzen im Tank des Öl-Wasser-Trenners zu vermeiden, damit ungebundenes Öl sich durch die Schwerkraft vom Wasser trennen kann. Die Filter der ersten Stufe bestehen in der Regel aus Polypropylenfasern, die das Öl adsorbieren, aber nicht das Wasser. Das bedeutet, dass das Öl an der Oberfläche der Fasern haften bleibt. Aufgrund dieser Eigenschaft werden diese Filter oft als „ölanziehende Filter“ bezeichnet. Diese Art von Filtermedium schwimmt in der Regel auf der Wasseroberfläche, wird aber immer schwerer, wenn mehr und mehr Öl adsorbiert wurde, sodass es zum Ende seiner Lebensdauer immer tiefer sinkt. 

 

Nach der ersten Filtration fließt das Kondensat durch die Hauptfilter, also durch eine zweite und manchmal auch eine dritte Filterstufe. Hier kommen oft Aktivkohlefilter (oder Filter aus Organoclay für stabilere Emulsionen) zum Einsatz, um das Kondensat gründlich zu reinigen. Je nach Typ und Größe des Öl-Wasser-Trenners durchläuft das Kondensat also eine oder zwei aufeinander folgende Filtrationsvorgänge mit Aktivkohle oder Organoclay.

 

Am Ende dieses Vorgangs wurden die letzten verbleibenden Ölrückstände aus dem Kondensat entfernt. Bei einer Umgebungstemperatur von 20 °C sind nach der ersten Filterstufe 1-–2 g/m3 Öl im Kondensat vorhanden, nach Verlassen des Öl-Wasser-Trenners verbleiben nur etwa 2–3 mg/m3 Öl im Kondensat.

 

Am Ende dieses Prozesses ist das verbleibende Wasser ausreichend frei von Verunreinigungen und kann sicher in das Abwassersystem entsorgt werden. Der Öl-Wasser-Trenner hat seine Aufgabe erfüllt. Und letztendlich profitieren alle: das Unternehmen, das das Richtige tut und Bußgelder vermeidet, und vor allem natürlich die Umwelt.